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Ein Vermächtnis der Ritter von Malta
Die 1572 vom Großmeister Jean de la Cassière als Konventsskirche der Ritter vom Orden des Heiligen Johannes in Auftrag gegebene und vom berühmten maltesischen Militärarchitekten Gerolamo Cassar entworfene St. John's Co-Cathedral ist ein einzigartiges Baudenkmal von internationalem Rang. Die Kirche ist Johannes dem Täufer geweiht, dem Schutzheiligen des Ordens.
Die Ritter waren Adlige aus den bedeutendsten Familien Europas. Ihre Mission bestand darin, den katholischen Glauben vor den Angriffen des osmanischen Reichs zu schützen. Nachdem sie die kleine Insel Malta in der Großen Belagerung von 1565 gegen die Türken verteidigt hatten, machten sie aus Malta eine Festung, die einem Militärorden alle Ehre machte. Gleichzeitig bauten sie eine neue, ihren adligen Bewohnern angemessene Hauptstadt. Der bedeutendste Platz im Zentrum der neuen Stadt 'Valletta' war für ihre Kirche reserviert.
Die Bauarbeiten an St. John's waren 1577 beendet. Großmeister und Ordensritter stifteten Gaben von hohem künstlerischem Wert, und sie taten alles, um die Kathedrale nur mit den besten Werken führender Künstler auszuschmücken. Die glatte, von zwei großen Glockentürmen flankierte Fassade ist schmucklos; sie hat den Charakter einer Festung und gibt damit die ernste Stimmung des Ordens nach der Großen Belagerung wieder. Das Kirchenschiff ist 53 Meter lang und 15 Meter breit, mit Seitenkapellen an jeder Seite. Diese Kapellen waren den verschiedenen Landsmannschaften ('Zungen') in der Reihenfolge ihres Ranges zugewiesen.
Französisch, Italienisch und Aragonesisch, die vorherrschenden 'Zungen', erhielten die dem Altar am nächsten liegenden Plätze.
Als zu Beginn des 17. Jahrhunderts der Barockstil aufkam, ordnete Großmeister Cotoner eine Neugestaltung des Innenraums der Kirche an. Die Ritter hatten den Ehrgeiz, mit den großen Kirchen Roms Schritt zu halten, und der überbordende, plakative Charakter des Zeitalters bot hierfür reichlich Material. Der kalabresische Künstler Mattia Preti, der mit der Neugestaltung beauftragt wurde, verwandelte das Innere der Kirche in ein wahres Fest barocker Kunst. Es ist vor allem der Kontrast zwischen der einfachen, ernsten Fassade des Gebäudes und dem festlichen Charakter des Innenraums, der aus St. John's ein solch einzigartiges Baudenkmal macht.
Am 12. Juli 1798 übergaben die Ritter die Insel widerstrebend an Napoleon Bonaparte und gaben damit auch ihre Ordenskirche auf. Zu jener Zeit wurde aus der Kirche eine Co-Cathedral. Im Jahr 1800 ergaben sich die Franzosen den Briten, und wenig später übernahm der britische Gouverneur die Insel. Er genoss dieselben Privilegien wie die vormals herrschenden Ritter, und zu diesen Privilegien gehörte die Kirche von St. John's.
Im 19. Jahrhundert wurde die französische Seitenkapelle zur Hauptzielscheibe der fanatischen Nazarener, einer Bewegung, die sich zum Ziel gesetzt hatte, die christliche Kunst zu reformieren und die Erinnerung an den blühenden barocken Überschwang auszulöschen. St. John's wurde Giuseppe Hyzler (1787-1858) anvertraut, dem unumstrittenen örtlichen Führer der nazarenischen Bewegung. In seinem Reformeifer nahm er sogleich die französische Kapelle ins Visier und ließ den künstlerisch wahrscheinlich bedeutendsten Altar von St. John's entfernen. Unter seiner Leitung mussten sogar die Grabmonumente in der Kapelle neu gestaltet werden. Dem Denkmal des Großmeisters de Rohan war bereits einiger Schaden zugefügt worden, als ein starker Protest im Sommer des Jahres 1840 die Behörden dazu veranlasste, die Initiative einzustellen.
Während des Zweiten Weltkriegs, im Jahr 1941, erlitt die St. John's Co-Cathedral bei einem Bombenangriff auf Valletta schwere Schäden. Am stärksten betroffen waren Teile des Anbaus, und die Kirche entging nur knapp ihrer totalen Zerstörung. Die Turmspitzen und die Sakristei wurden ebenfalls schwer beschädigt; der Haupteingang wurde zerstört. Zum Glück waren die Ausstattungsgegenstände in ruhigeren Zeiten an andere Orte verbracht worden.
Seit 1974 steht der Bischofsthron an der Stelle, die einst für den Großmeister und seine Nachfolger vorgesehen war - für die britischen Gouverneure, die Malta mittlerweile ebenfalls verlassen hatten.
Heute ist St. John's auch ein Veranstaltungsort für kulturelle Ereignisse und eine der beliebtesten kulturellen Touristenattraktionen Maltas. Die Kirche wird von der im Jahr 2001 gegründeten St. John's Co-Cathedral Foundation verwaltet, um die Erhaltung der Kirche und des Museums zu gewährleisten.
Hier erfahren Sie mehr über die Foundation und einige ihrer Restaurierungsprojekte.








